Edeka: Opportunismus damals und heute

Edeka: Opportunismus damals und heute

Kommentare deaktiviert für Edeka: Opportunismus damals und heute

Zuletzt aktualisiert 22. August 2021

Edeka war schon immer ein Saftladen. Die Chefetage des Unternehmens lässt keine Gelegenheit aus, sich beim Mainstream anzubiedern – egal, aus welcher Richtung gerade der Wind weht. Deren neuster Werbecoup besteht darin, den sechsten Teil einer Lieferung kleiner Saftflaschen des Herstellers True Fruits an den Absender zurückzuschicken – weil „AFD“ auf diesen Flaschen steht.

True Fruits will die Bundestagswahl thematisieren und hat versucht, die mit einer Fraktion im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien mit einem kurzen Programmauszug auf seinen Flaschen zu verewigen. Das ist leider nicht ganz gelungen, denn die CSU fehlt. Laschet wird es freuen …

Edeka reagierte auf die Lieferung mit der Parole „Rechts ist bei uns kein Platz im Regal“ und der Ansage an True Fruits: „Danke für eure neue Lieferung. Die AfD-Flaschen haben wir aber nicht bestellt, die gehen wieder zurück.“

True Fruits konterte bei Instagram mit einer Darstellung seiner sämtlichen sechs Polit-Flaschen und einer Abwandlung des Edeka-Spruchs: „Für politische Aufklärung ist bei uns kein Platz im Regal.“

Die Edeka-Chefetage wusste schon immer, wo es gerade lang geht. 1933 war das Unternehmen eines der wenigen in Deutschland, die nicht gleichgeschaltet werden mussten – weil das die Konzernführung im April 1933 vorauseilend gleich selbst erledigt hat. Bereits in der zweiten Jahreshälfte hatte jeder in der Unternehmensführung ein Parteibuch der NSDAP in der Tasche. Edeka sei „aktiver Mitarbeiter der nationalen Revolution“, hieß es zur Begründung.

1936 startete Edeka eine Kampagne für den Kauf rein deutscher Waren, u.a. mit der Losung „Kauft deutsche Eier!“. Beim Verbandstag in Leipzig erging in diesem Jahr an alle Mitarbeiter der Appell: „Benutzt den Ladentisch als Kanzel für die Aufklärungsarbeit und helfet dem Führer, das Vaterland vom Auslande unabhängig zu machen.“

Und jetzt ist auf einmal rechts kein Platz mehr im Regal?

Das dürfte genau so wenig von Dauer sein wie eine Aufforderung der Edeka-Chefetage in Neuruppin an ihre damals 70 Mitarbeiter, „die Lehre Adolf Hitlers immer wieder aufs Neue den Lauen und Wankelmütigen unter ihren Kunden zu verkünden“.

Edeka: Lau und wankelmütig. Feige und opportunistisch.

Darstellung oben: Edeka damals und heute …

Kommentieren mit Facebook
Diesen Beitrag teilen: