Zuletzt aktualisiert 22. August 2026
Am 19. August sagte Donald Trump vor Journalisten im Oval Office erneut Nein zum staatlichen digitalen Dollar. Während Trump dieser Digitalwährung den Riegel vorschiebt, treibt die EU ihren digitalen Euro voran. Zwei Wege mit politischem Sprengstoff.
Trump macht kurzen Prozess
Donald Trump am Schreibtisch im Oval Office. Kameras laufen, Journalisten hören zu. Der Präsident macht klar: Einen digitalen Dollar der amerikanischen Zentralbank wird es mit ihm nicht geben. Es geht um das Portemonnaie der Bürger. Um das Geld, das sie verdienen, sparen und ausgeben. Trump sagt: Darüber entscheidet allein der Bürger.
Trump zeigt damit der Welt: Man muss staatliches Digitalgeld nicht einführen. Selbst die größte Volkswirtschaft des Westens sagt Nein.
Die Büchse der Pandora
Ein digitaler Euro klingt harmlos. Wir bezahlen längst mit Karte oder Handy. Doch staatliches Digitalgeld schafft bislang unbekannte Stellschrauben, die Bargeld nicht kennt. Wie viel davon darf ein Bürger besitzen. Welche Regeln gelten. Was kann später verändert werden.
Ein Geldschein ist herrlich praktisch. Er fragt nicht, ob man Benzin, Zigaretten oder Bier kauft. Er kontrolliert auch nicht, ob hundert Euro an eine Partei gehen, die der Regierung ein Dorn im Auge ist. Der Schein schweigt. Und genau dieses Schweigen ist Freiheit.
Die EU will Kontrolle
Reuters berichtete im Juni, dass ab der zweiten Jahreshälfte 2027 ein zwölfmonatiger Test vorgesehen ist. Eine Einführung könnte 2029 folgen. Schon jetzt wird über eine Obergrenze gesprochen. Als Größenordnung stehen 3.000 Euro pro Person im Raum. Beim Bargeld fragt niemand, wie viele 50-Euro-Scheine zu Hause liegen. Beim digitalen Euro wird über Grenzen gesprochen, bevor er überhaupt da ist.
EU und EZB versichern derzeit, Bargeld und Privatsphäre blieben geschützt. Das mag heute ernst gemeint sein. Aber Regierungen wechseln, Gesetze ändern sich, Krisen kommen. Und in Krisen ist plötzlich alles anders.
Washington gegen Brüssel
Trumps Entscheidung reicht weit über Amerika hinaus. Andere Länder können nun sagen: Wenn die USA darauf verzichten, können wir es auch. Washington verhindert eine staatliche Digitalwährung. Die EU bereitet sie vor. Was heute wie eine technische Frage wirkt, kann entscheiden, wie viel Macht der Staat über das Geld seiner Bürger haben darf.
Freiheit verschwindet selten mit einem Knall. Erst kommt eine technische Möglichkeit, dann eine Regel, später eine Ausnahme. Geld bedeutet Freiheit. Brötchen kaufen, dem Enkel zwanzig Euro zustecken, Gold kaufen oder einer Partei diskret Geld spenden, welche der Regierung nicht gefällt. Trump hat diese Büchse für Amerika geschlossen, bevor sie geöffnet wird.
Dafür darf man ihm dankbar sein.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p
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