Trash-Kino: Adolf Hitler darf nicht sterben!

Trash-Kino: Adolf Hitler darf nicht sterben!

Adolf Hitler war böse. Der Tyrannosaurus Rex war böse. Was also liegt aus der Sicht eines Trash-Filmemachers näher, als Hitler auf den Rücken eines T-Rex zu setzen und ihn Sätze sprechen zu lassen wie: „Blondie, Zeit zum Töten“?

Hitler und der Raubsaurier als nicht ganz ernst gemeinte Projektionsflächen des Bösen würden nicht funktionieren ohne ihr Gegenteil. Und das ist in diesem Fall eine Heldin mit dunkler Hautfarbe (Frau + Neger = Gut), die im Wettlauf um die Eroberung der Hohlerde gegen die Nazi-Echsen antritt. Wir wollen nicht spoilern, wer am Ende gewinnt, nur so viel:  Der T-Rex ist es nicht …

„Blondie, Zeit zum Töten“ – das klinkt makaber nach dem Massaker von Christchurch in Neuseeland mit 50 Toten, das eine ungute Regie kurz vor den Kinostart von „Iron Sky 2: The Coming Race“ am 21. März gesetzt hat. Schlimmer wäre es umgekehrt gewesen, wenn der Film erst gestartet und der Muslim-Mörder kurz darauf mit einem einschlägigen Fan-T-Shirt in die Moscheen gestürmt wäre. So aber haben die skandinavischen Macher der Nazi-Parodie durchaus eine Chance, auf freiem Fuß zu bleiben.

Obwohl sie Plagiatoren sind. Üble, gemeine Plagiatoren. Denn alles, wirklich restlos alles an diesem Machwerk ist abgekupfert: Hitler aus den Geschichtsbüchern. Der T-Rex von den Archäologen. Die Hohlraum-Theorie von den Verschwörungstheoretikern. Die Nazi-Echsen von Raumschiff Enterprise. Und die fliegenden Nazi-Untertassen vom Modellhersteller Revell, Stichwort Haunebu II.

Falls die Filmmacher so etwas wie eine Botschaft an die Welt haben sollten, dann lautet sie: Adolf Hitler darf nicht sterben! Denn der Teufel kann niemals ultimativ ausgetrieben werden, ohne die Herrlichkeit Gottes infrage zu stellen. Wie sollte das Gute in der Welt wirken ohne sein Gegenteil?

Adolf Hitler darf aber auch deshalb nicht sterben, weil er nicht nur die Kassen von Devotionalienhändlern füllt, sondern auch die der Medienschaffenden. So hatte der „Spiegel“ in Zeiten, in denen auf Papier gedruckte Magazine in Deutschland noch zu Millionen an den Kiosken verkauft wurden, immer dann die höchsten Auflagen, wenn sein Lieblings-Pinup aus Braunau am Inn auf der Titelseite prankte.

Nazi sells. So einfach ist das.

In diesem Sinne wünschen wir gute Unterhaltung!

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