Zuletzt aktualisiert 27. Mai 2026
Mal verschwinden 69 Kälber von einer Weide in Falkenberg. Dann werden 70 Rinder im Landkreis Elbe-Elster gestohlen. Als nächstes büßt ein Landwirt in Raddusch im Spreewald 48 Rinder ein: Nachts fahren LKW vor. Die Tiere werden offenbar professional zusammengetrieben und verladen. Der Abtransport gelang bislang jeweils lautlos und annähernd spurlos. Die Ermittler verdächtigen organisierte Kriminelle aus dem Raum Bulgarien, Rumänien und Moldau.
Der Schaden beträgt in jedem Fall etliche zehntausend Euro. „Für die beklauten Bauern geht es um die Existenz“, schreibt die „Bild“-Zeitung. Genauso schwer wie der wirtschaftliche Verlust wiegt die Eintrübung der Perspektive für die künftige Viehhaltung: Wie kann es gelingen, die Tiere nachts vor einem solchen Zugriff zu schützen?
Die Viehdiebstähle in Brandenburg zeigen wieder einmal, dass ein Land mit offenen, unbewachten Grenzen zum Freiraum für Kriminelle wird. Und es macht auch klar, welche Ausmaße das Loch an der Grenze hat: Offenbar passen mehrere LKW mit Rindern mühelos hindurch.
Ohne wirksamen Grenzschutz muss jede Weide, jedes Solarfeld und wahrscheinlich irgendwann auch jeder Acker, jedes Spargelfeld und jeder Windpark 24 Stunden am Tag bewacht werden. Das ist unbezahlbar und sollte das immense Schadenspotential unbewachter Landesgrenzen für jedermann nachvollziehbar machen.

