Zuletzt aktualisiert 17. April 2026
Schon mehrfach in der Wirtschaftsgeschichte haben Streiks große Unternehmen erfolgreich in den Ruin getrieben. Dafür sind die aktuellen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland anfällig. Rezession und Deindustrialisierung führen unvermeidbar zu faktischen Wohlstandsverlusten, die noch eine Zeit lang durch steigende Staatsschulden und Inflation kaschiert werden können. Irgendwann aber versagt jeder Versuch einer Verschleierung: Manchen geht es sofort schlechter, anderen schleichend nach und nach.
Falls diejenigen Menschen, die auf Wohlstand verzichten sollen, gewerkschaftlich gut organisiert sind, werden sie versuchen, sich gegen den Niedergang zu wehren. Dabei führt am Streik als letztem Mittel im Arbeitskampf kein Weg vorbei. Der aber kann dem bestreikten Unternehmen den letzten Stoß in Richtung Untergang geben.
Eastern Air Lines
Ein gut belegtes historisches Beispiel dafür ist der Streik bei der Luftfahrtgesellschaft Eastern Air Lines des bekannten Luftfahrtmanagers Frank Lorenzo im Jahr 1989. Er führte zur Einstellung des Flugbetriebs. Die Kunden buchten auf andere Fluggesellschaften um. Die Airline meldete Insolvenz an und wurde 1991 endgültig liquidiert.
GM
In der Finanzkrise der Jahre 2007 und 2008 zeigte die äußerst selbstbewusste Führung der US-Gewerkschaft United Auto Workers beim Automobilriesen General Motors ihre Muskeln. Die Insolvenz folgte 2009. Die Marke entging nur durch eine Verstaatlichung dem Untergang.
Hostess
In den USA war 82 Jahre lang u.a. der Junk-Food-Hersteller Hostess für die Überversorgung der Bevölkerung mit extrem zuckerhaltigen Nahrungsmitteln zuständig. 2012 organisierten die Gewerkschaften Bakery, Confectionery, Tobacco Workers und Grain Millers International Union einen Dauerstreik beim Inhaber der als unkaputtbar geltenden Marke Twinkies. Hostess ging insolvent, die Marke wurde von der Konkurrenz aufgekauft, so dass noch heute die umfassende Präsenz mit Zuckercreme gefüllter kleiner Kuchen in US-Haushalten die dortige Rentenkasse jährlich um Milliardenbeträge entlastet – aber ohne den ursprünglichen Markeninhaber.
Lufthansa Cityline
Ganz so war es bei der Lufthansa Cityline nicht. Die sollte ohnehin im Jahr 2028 den Betrieb einstellen, und dabei wäre der Großteil ihrer Beschäftigten von anderen Lufthansa-Unternehmen übernommen worden. Durch den aktuellen Streik und die hohen Kerosinpreise ist der Termin der Stilllegung jetzt auf den 18. April 2026 vorverlegt worden. Die Beschäftigten hängen deshalb in der Luft und haben das Nachsehen.
Deutschland schafft sich ab, bevölkerungspolitisch ebenso wie wirtschaftlich. Die Gewerkschaften wirken dabei als Brandbeschleuniger und verkürzen den Weg in den Untergang.
