Zuletzt aktualisiert 22. April 2026
Deutschland hat die zweithöchste Last an Steuern und Abgaben für Arbeitnehmer weltweit. Noch schlechter steht nur Belgien da. „Ein Single mit Durchschnittsverdienst musste im vergangenen Jahr 49,3 Prozent seines Gehalts als Steuern und Sozialbeiträge an den Staat abführen“ berichtet das „Handelsblatt“.
Dabei sind die knapp 50 Prozent Abgabenlast, die entsteht durch Lohnsteuer, Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Rentenlast, aus der Perspektive der Unternehmen noch nicht einmal alles, wenn es um die Höhe der staatlichen Abgaben auf Lohnarbeit geht.
Denn Firmen, die Leistungen ihrer Arbeitnehmer anbieten, müssen den durchschnittlich 49,3 Prozent noch ihre Unternehmenssteuern sowie 19 Prozent Umsatzsteuer hinzurechnen. Da beträgt die Staatsquote dann insgesamt satte 70 Prozent oder sogar noch mehr.
Kein Wunder, dass Sie selten eine Rechnung über weniger als 500 Euro erhalten, wenn Sie Ihr Fahrzeug in eine Werkstatt bringen. Von diesem Betrag landen im statistischen Mittel nur 150 Euro bei dem Unternehmen, das die Reparatur mit Ihnen abrechnet. 350 Euro fließen durchschnittlich in öffentliche Kassen. Nicht nur Tankstellenpächter sind in Deutschland vor allem Steuereintreiber – das ist jeder, der Personal beschäftigt.
Zu einem vollständigen Lagebild gehört allerdings auch der Hinweis, dass die Grundsteuer und die Erbschaftsteuer in Deutschland niedriger sind als in anderen Industrienationen. Allerdings haben die meisten Deutschen keine Immobilie und erben im statistischen Mittel seltener als einmal im Leben.
Zudem schreibt das „Handelsblatt“ hinter der Bezahlschranke:
„Auch das Bundesfinanzministerium wehrte sich in der Vergangenheit gegen Kritik, die Steuer- und Abgabenbelastung sei in Deutschland exorbitant hoch. Setze man die Gesamteinnahmen des Staates aus Steuern und Sozialbeiträgen ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, liege Deutschland mit rund 40 Prozent innerhalb der EU bei der Steuer- und Abgabenlast lediglich im oberen Mittelfeld.“
Das allerdings ändert nichts daran, dass in Deutschland alles eklatant teuer ist, was Arbeitnehmer leisten.

