Zuletzt aktualisiert 7. August 2026
Warum wählen so viele Menschen in Ostdeutschland die AfD? Publizist Henryk M. Broder sieht einen entscheidenden Grund in der DDR-Vergangenheit. Viele Ostdeutsche hätten ein besonderes Gespür für politische Bevormundung, Propaganda und unehrliche Sprache: „Sie riechen die Diktatur. Sie riechen die Lüge.“
Bei KLARTEXT Deutschland spricht Broder über den tiefen Vertrauensverlust gegenüber Politik, Staat und Medien. Wenn er heute die Tagesschau sehe, frage er sich manchmal: „Ist die Aktuelle Kamera wieder da?“ Gerade Menschen, die mit staatlich gelenkten Nachrichten aufgewachsen seien, reagierten besonders sensibel auf politische Botschaften.
Den Erfolg der AfD hält Broder vor allem für eine Folge der Fehler anderer Parteien. Probleme bei Migration, Integration, Kriminalität, Klimapolitik und Wirtschaft seien zu lange kleingeredet oder bestritten worden. Die AfD sei deshalb nicht aus eigener Kraft so stark geworden, sondern weil viele Bürger sich nicht mehr ernst genommen fühlten.
Die Angst vor einer AfD-Regierung teilt Broder nicht. Deutschland verfüge über stabile Parlamente, Gerichte und föderale Kontrollmechanismen. Seine Einschätzung: „Die Welt wird nicht untergehen, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt oder sonst irgendwo die Mehrheit bekommt.“
Wählen würde Broder die Partei trotzdem nicht. Wegen ihrer Nähe zu Russland bezeichnet er die AfD als „fünfte Kolonne Moskaus“. Sein Fazit: Wer den AfD-Erfolg verstehen will, muss über das Misstrauen im Osten sprechen – und über eine Politik, die den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat.
Gerne können Sie dazu in diesem Formular Nachfragen stellen, auf die Sie in weniger als einer Minute Antworten erhalten werden.
Ask me anything!
Möchten Sie ein solches Dialogfenster von Neo24 AI in Ihre Internetseite oder in Ihren Onlineshop einbauen? Dann klicken Sie bitte hier und laden kostenlos die benötigte App für die Einbindung herunter.

