Trennung nach Geschlecht und Religion: Schwimmbäder nur für Muslime?

Trennung nach Geschlecht und Religion: Schwimmbäder nur für Muslime?

Der Frankfurter Unternehmer Abdullah Zeran will in der Main-Metropole ein Schwimmbad nur für Muslime bauen. Dort soll beim Schwimmen Geschlechtertrennung herrschen. Derzeit sammelt er für dieses Projekt drei Millionen Euro Startkapital.

Der 38-jährige begründet sein Bauvorhaben nicht religiös, sondern rein unternehmerisch: „Ich habe Marktforschung gemacht und sage: Ein Bad für strenge Moslems ist eine Marktlücke.“ Hintergrund sei vor allem die von Millionen in Deutschland lebender Muslime als Zumutung empfundene Anforderung, beim Schulschwimmen die fehlende Geschlechtertrennung in deutschen Schwimmbädern hinnehmen zu müssen. „Muslimische Eltern haben ein Problem, wenn die Kinder der Klasse gemeinsam Schwimmunterricht haben“, zitiert die Regionalzeitung „HNA“ den Mann mit islamischem Rauschebart, der eine Seifensiederei betreibt, hautberuflich aber als Hausmeister einer deutschen Behörde tätig ist.

Auch ein Grundstück hat Herr Zeran bereits ins Auge gefasst. Es liegt an der Griesheimer Eichenstraße in Frankfurt a.M.

Der designierte Bauherr wirkt wie ein typischer Orientale, hebt aber hervor: „Ich bin Deutscher. (…) Ich habe ausschließlich den deutschen Pass. Ich bin deutscher Patriot, vielleicht patriotischer als manche, die mich angreifen.“ Er habe ein Problem erkannt, zu dessen Lösung er beitragen wolle.

Heinz-Peter Meininger, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft, gibt ihm Recht. „Spiegel Online“ zitiert Meininger mit der Einschätzung, im Zusammenhang mit dem Schwimmunterricht gäbe es in Deutschland „wahrscheinlich mehr Konfliktfälle, als in der Öffentlichkeit thematisiert“ werden.

Denn: Viele muslimische Schüler, vor allem Mädchen, lernen nicht schwimmen. Ihre Eltern melden sie krank, um die Teilnahme am schulischen Schwimmunterricht zu vermeiden.

Abdullah Zeran
Abdullah Zeran
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