Zuletzt aktualisiert 16. März 2026
In der Nacht zum vergangenen Samstag haben US-Luftstreitkräfte iranische militärische Einrichtungen auf der Insel Kharg bombardiert, die 30 Kilometer vor dem iranischen Festland liegt. Über Kharg werden rund 90 Prozent aller iranischen Ölexporte abgewickelt. Während die USA ihr Angriffspotential mit Kampfflugzeugen und Raketen in Reichweite der Insel ausbauen, sind amerikanische Delta-Forces auf dem Weg in die Region.
Eine Landung dieser US-Spezialkräfte mit massiver Luftunterstützung könnte eine Schlüsselposition der iranischen Ölindustrie in die Hände der US-Amerikaner fallen lassen. Das wäre zwar kein Sprungbrett für eine Invasion des Festlandes: Dafür ist der Iran zu groß und seine verschiedenen militärischen Potentiale am Boden sind zu breit aufgestellt. Fraglich ist aber, ob der Iran den Krieg fortführen kann, falls Kharg fällt.
Denn die Kriegsfähigkeit eines Landes steht auf drei Säulen: Soldaten, Waffen und Geld. Davon würde eine wegfallen, sobald der Iran Kharg verliert: das Geld. Die wichtigste Einnahmequelle des Landes, seine Ölexporte, würde versiegen, soweit es dem Mullah-Militär nicht gelingt, die Insel gegen eine US-Invasion zu verteidigen.
Der Irankrieg könnte also möglicherweise doch schneller enden, als viele Kritiker der Politik Israels und Trumps befürchten.
Vorstellbar ist allerdings auch, dass die Herrscher in Teheran im Gegenzug dafür, dass die US-Amerikaner Kharg verschonen, die Straße von Hormus freigeben und auf die Fortsetzung ihrer Raketen- und Drohnenangriffe auf Israel und die Golfstaaten verzichten. Die Folge einer solchen Diplomatie wäre ein fauler Kompromiss ohne Regimechange in Teheran.
Die USA scheinen nicht allzu wild entschlossen zu sein, den Krieg bis zur bedingungslosen Kapitulation des Iran fortzusetzen. Und Israel allein ist nicht stark genug, um ohne US-Unterstützung zu kämpfen.
So oder so kommt Kharg eine Schlüsselposition zu für das Ende der Kampfhandlungen und einen Friedensschluss.

