Zuletzt aktualisiert 27. März 2026
Eine Zeitlang haben Anthropologen behauptet, die Menschheit stamme ursprünglich aus Afrika. Dort habe sich Homo Sapiens aus der Gattung des Homo Erectus herausgemendelt. Mittlerweile aber sind die Theorien zur Menschwerdung des Affen so vielfältig und bunt wie die Menschheit selbst. Vollständig erklären, wie der göttliche Funke des Bewusstseins seinen Weg in den Kopf des Menschen fand, können sie alle nicht wirklich.
Falls doch nicht Afrika die Vergangenheit der Menschheit war, so könnte der schwarze Kontinent im weiteren Verlauf der Geschichte zur Zukunft unserer Art werden. Denn die entscheidet sich nicht anhand der Aktienkurse und der Kontostände, der Zahl der Patente oder der Erdölvorkommen. Unsere Zukunft sind die Kinder, die wir in die Welt setzen.
Und da hat Afrika die Nase vorn.
Allein in Nigeria kommen jährlich mehr Babys zur Welt als in den USA und allen Ländern der EU zusammen. „Während der Rest der Welt schrumpft, wächst die Bevölkerung in Afrika stark“, schreibt der Kommunikationsberater und Publizist Daniel Rickenbacher in der „NZZ“. Um das Jahr 1900 lebten nur rund 140 Millionen Menschen auf dem schwarzen Kontinent. Dank der Errungenschaften abendländischer Landwirtschaft und Medizin werden es im Jahr 2050 voraussichtlich 2,5 Milliarden sein.
In Afrika trafen die modernen Möglichkeiten einer scheinbar unerschöpflichen Produktion von Nahrungsmitteln sowie der Heilung vieler Krankheiten, die früher das Durchschnittsalter der Menschen in deren 30er Jahren einfroren, auf archaische Stammes- und Familienstrukturen, deren Angehörige nicht in eine Rentenkasse investieren, sondern in den eigenen Nachwuchs.
Gleichzeitig entscheiden sich immer mehr Europäer für im Durchschnitt 1,3 statt 2,1 Kinder. Statistisch gesehen.
Unsere Großstädte wachsen noch – vor allem durch Zuwanderung. Parallel dazu schmilzt ihr Wohlstand ab, wenn auch in Zeitlupe. Die ländlichen Regionen bleiben lebenswerter, aber trotzdem schrumpft hier die Bevölkerung. Nur noch wenige Europäer adressieren optimistische, von Technologieglauben und Optimismus geprägte Erwartungen an die Zukunft.
Falls der alte Glaube der Europäer an sich selbst und an ihre Aufgabe in der Welt nicht zurückkehrt, dann ist die Zukunft der Menschheit schwarz. Deshalb sollten wir nicht den Afrikanern Vorwürfe machen, sondern uns selbst. Die Wende muss schnell kommen, oder sie kommt zu spät. Das ist das Gesetz des Lebens, und dem können wir Menschen uns nicht durch Technik, Glaube oder Ideologie entziehen.

