Zuletzt aktualisiert 29. Januar 2026

In diesen Stunden hat ein US-amerikanischer Flugzeugträger-Verband den Iran bis auf Kampfentfernung erreicht. Die US-Amerikaner könnten nun das Mullah-Regime in Teheran enthaupten, die iranischen Luft- und Seestreitkräfte ausradieren sowie die Revolutionsgarden – die Stütze des Regimes im Inneren – dezimieren. Aber all dies wird voraussichtlich nicht geschehen. Denn ausgerechnet Saudi-Arabien, ein enger Verbündeter der USA in der Golfregion, interveniert vehement bei Trump zugunsten des Iran.

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman betont die staatliche Souveränität des Iran. Er und andere Wortführer der Golfstaaten wollen keinen Regimewechsel in Teheran. Und das nicht etwa, weil den Iran und die Saudis gemeinsame Interessen verbinden würden. Sondern weil das genaue Gegenteil der Fall ist.

Perser und Araber sind seit der islamischen Eroberung Persiens 637 bis 651 nach Christus verfeindet. Die Araber sind Sunniten und die Perser Schiiten, was die Kluft auch religiös unterfüttert und vertieft. Vor dem Hintergrund dieser fest etablierten Rivalität sind die Golfstaaten an einem demokratisch organisierten Iran nicht im Geringsten interessiert. Denn der hätte ja nicht mehr den internationalen Status eines Schurkenstaates, mit dem niemand Geschäfte machen darf. Stattdessen würde sich die Option wachsender politischer und wirtschaftlicher Bedeutung für 92 Millionen Perser ergeben – was auf eine Schwächung der Rolle der Araber hinauslaufen würde.

Also wäre es den Golfstaaten, die mit den USA militärisch und politisch eng verbündet sind, durchaus recht, wenn nur gelegentlich kleinere US-Schläge gegen iranische Spitzenvertreter und die militärisch-industrielle Infrastruktur des Landes geführt werden würden, ansonsten aber im Großen und Ganzen alles so bliebe, wie es ist.

Kaum auszudenken wäre der wirtschaftliche Schaden, der den Emiraten erwachsen würde, falls ein vom Mullah-Regime befreiter Iran mit einem Mal sein Öl gegen US-Dollar an Amerikaner und Europäer verkaufen würde. Wo kämen wir da hin?

Die Saudis haben bereits ausgeschlossen, den US-Amerikanern ihr Staatsgebiet für militärische Operationen zur Verfügung zu stellen. Ohne Bodentruppen dürfte eine Regimewechsel im Iran schwierig werden. Also ist der Weg frei für die nächsten 50 Jahre Mittelalter und Isolation zum Schaden des persischen Volkes, angetrieben von der arabischen Staatsräson!

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