Zuletzt aktualisiert 23. Februar 2026
In den Niederlanden hat ein Gesetz die erste parlamentarische Hürde genommen, das künftig in unserem westlichen Nachbarland eine private Altersvorsorge unmöglich machen würde, falls es tatsächlich verabschiedet werden sollte. Das ist für alle EU-Mitgliedsländer bedeutend: Was dem niederländischen Staat recht ist, kann der Regierung in jedem anderen Land der EU billig sein vor dem Hintergrund synchronisierter europäischer Rechts- und Steuervorschriften.
Dabei geht es um die Besteuerung nicht realisierter Kursgewinne auf Aktien, ETFs und Kryptowährungen ab dem Jahr 2028. Im hier verlinkten Video erklärt Prof. Dr. Christian Rieck die faktischen Auswirkungen der geplanten Steuer.
Wer mit Geldanlagen oder Kryptowährungen auf Jahressicht virtuelle Gewinne verbucht, diese aber nicht durch Verkäufe seiner Anlagen realisiert, soll auf den Papiergewinn Steuern bezahlen. Falls der Anleger nicht über entsprechende Liquiditätsreserven verfügt, muss er folgerichtig in jedem Jahr, in dem seine Anlagen an Wert gewinnen, einen Teil davon verkaufen.
Das heisst: Private Geldanlagen werden unrentabel. Falls ihr Wert sinkt, wird das Vermögen des Anlegers immer weniger. Steigt der Wert, wird es ebenfalls weniger, weil in diesem Fall der Fiskus die Hand aufhält und Verkäufe erzwingt.
Institutionelle Investoren können sich der Wirkung einer solchen Kapitalvernichtungssteuer durch Flucht in die Schweiz entziehen. Privatpersonen dagegen, die womöglich ihre Altersvorsorge aufbessern wollen, haben das Nachsehen.
In Deutschland besitzen gut 14 Millionen Menschen Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Das ist jeder fünfte Bürger. Hier tut sich vermeintlich eine riesige Geldquelle für die öffentliche Hand auf. Dass die Kapitalvernichtungssteuer dem Prinzip der verbrannten Erde folgt, dürfte für deren kurzzeitige Attraktivität aus etatistischer Sicht keine Rolle spielen: Wie die Entwicklung der deutschen Bildungspolitik belegt, plant der Politikbetrieb nicht in Dekaden, sondern in Legislaturperioden. Was auf Sicht von vier bis fünf Jahren funktionieren könnte, wird gemacht. Dem folgt die Sintflut!
Die Entwicklung in den Niederlanden ist deshalb ein bedeutender Schritt in Richtung der Zerstörung der noch verbliebenen Reste des europäischen Wohlstands. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Wähler die Protagonisten der Zerstörung möglichst bald aus der Verantwortung nimmt, bevor sie ihr Werk vollenden und die Flucht der Leistungsträger im DDR-Maßstab auf die Spitze treiben!
