Zuletzt aktualisiert 11. März 2026
Die Überschrift erstaunt nicht nur Menschen, die in Berlin leben. Sie verwundert bundesweit, weil sie mit der allgemeinen Wahrnehmung der Kriminalitätsentwicklung in der deutschen Hauptstadt nicht in Einklang zu bringen ist. Und doch haben Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik Meisel genau dies am 11. März einer staunenden Öffentlichkeit bekannt gegeben: Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2025 weist einen deutlichen Rückgang der Straftaten in Berlin im Jahr 2025 aus.
„Alles wird gut“, lautet die frohe Botschaft. Die Kriminalität erreicht den niedrigsten Stand seit 10 Jahren. Einige unschöne Patzer sind dabei zwar nicht kaschierbar, das Gesamtbild aber scheint vom Erfolg der Berliner Polizeiarbeit geprägt zu sein.
Lediglich 109.992 Opfer einer Straftat erfasste die offizielle Kriminalstatistik. Satte 3481 weniger als im Vorjahr. Das sind sensationelle 3,16 Prozent – ein Wert, der so leider bislang nicht publiziert worden ist. Vielleicht, weil er sich nicht nach sehr viel anhört?
Beachtlich ist, in welchen Segmenten weniger Straftaten aufgefallen sind: Die meisten Rückgänge wurden bei Diebstählen (-9,2 Prozent) und Drogendelikten (-20,6 Prozent) notiert.
Weniger Drogendelikte sind eine offensichtliche Frucht der Teillegalisierung von Cannabis. Und weniger Anzeigen von Diebstählen sind möglicherweise ein Ergebnis der Tatsache, dass es in Berlin vollkommen sinnlos ist, ein Eigentumsdelikt anzuzeigen, wenn man den Täter nicht auf frischer tat ergriffen hat und ihn so lange festsetzen kann, bis die Polizei eintrifft.
Nichts mehr statistisch zu beschönigen gibt es dagegen immer dann, wenn jemand tot auf der Straße liegt. Mord und Totschlag sind Offizialdelikte und bedürfen keines Strafantrags, um bei Frau Spranger und Frau Dr. Meisel in der Statistik aufzuschlagen. 165 vollendeten Tötungsdelikten in 2025 standen 117 im Jahr 2024 gegenüber – ein Anstieg von 41 Prozent.
Außerdem spielen bei immer mehr Straftaten in Berlin Schusswaffen eine Rolle. Das ist nicht gut für das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung und lässt für Entwarnung keinen Raum.

