Zuletzt aktualisiert 8. April 2026
Der Iran gibt die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr frei. Im Gegenzug stellen die USA und Israel ihre Angriffe auf Ziele im Iran für zwei Woche ein. In dieser Zeit soll ein dauerhafter Friedensschluss beraten werden. So lautet das Ergebnis von indirekten Verhandlungen der Kriegsparteien, bei denen Pakistan als Vermittler auftrat.
Berichte über einen „Zehn-Punkt-Plan“, der dem Waffenstillstand zugrunde liegen soll, beruhen auf einer Veröffentlichung der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Der dort einseitig erklärte Inhalt des angeblichen Plans ist von den USA nicht bestätigt worden. Die vom Iran ausformulierten Punkte fordern:
1- Die USA sollten sich grundsätzlich zur Gewährleistung der Nichtangriffspflicht bereiterklären.
2- Die fortgesetzte Kontrolle der Straße von Hormus durch den Iran.
3- Das Recht des Iran auf Urananreicherung sollte anerkannt werden.
4- Aufhebung aller Primärsanktionen.
5- Aufhebung aller Sekundärsanktionen.
6- Aufhebung aller Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.
7- Aufhebung aller Resolutionen des Gouverneursrats der IAEO.
8- Zahlung von Entschädigungen für dem Iran zugefügte Schäden.
9- Abzug der US-Kampftruppen aus der Region.
10- Beendigung des Krieges an allen Fronten, einschließlich des Krieges gegen den heldenhaften islamischen Widerstand im Libanon.
Der „heldenhafte islamische Widerstand im Libanon“ wird allerdings zunächst nicht darauf verzichten können, weitere Märtyrer hervorzubringen, denn Israel setzt seine dortigen militärischen Aktivitäten fort. Das schadet der Gültigkeit der Waffenstillstandsvereinbarung nicht und belegt, dass der „Zehn-Punkt-Plan“ von vielen westlichen Journalisten und politischen Akteuren falsch eingeordnet wird: Er ist nicht Grundlage des Waffenstillstands, sondern die Maximalposition Teherans.
Wie am Ende der Verhandlungen der wirkliche Friedensplan für den Iran und die Golfregion aussehen wird, ist derzeit völlig offen.
