Zuletzt aktualisiert 10. Februar 2026

Die öffentliche Meinung ist nicht immer leicht zu fassen. Je nachdem, wie der Demoskop fragt, befördert er mal das eine und mal ein anderes Ergebnis an den Tag. Die ermittelten Einstellungen, Neigungen und Meinungen sind das Resultat eigener Erfahrungen der Befragten, häufig aber auch ein Reflex auf jene virtuelle Realität, die Massenmedien und soziale Netzwerke schaffen.

Das Institut für Demoskopie in Allensbach ist die älteste derzeit noch bestehende demographische Institution in Deutschland. Die Einrichtung wurde 1947 von Elisabeth Noelle-Neumann ins Leben gerufen, die als Mutter der deutschen Meinungsforschung gilt. Das Institut ist nach wie vor weniger tendenziös als andere einschlägige Unternehmungen und enthält sich der Anwendung spekulativer, effektorientierter Methoden.

Alle Jahre wieder veröffentlichen die Allensbacher einen „Sicherheitsreport“ mit einheitlicher und deshalb von Jahr zu Jahr vergleichbarer Aufgabenstellung. Der 17. Sicherheitsreport ist gerade frisch ins Netz gestellt worden und hier als PDF-Datei kostenfrei abrufbar. Er ist politisch aussagekräftig und enthält keine wirklichen Überraschungen.

Immer weniger Deutsche führen sich sicher. 2025 waren es 60 Prozent, jetzt sind es noch 55 Prozent. Vor allem der Krieg in der Ukraine belastet die Stimmung. Zudem bereiten die Inflation, die steigende Kriminalität und „der Andrang von Flüchtlingen nach Europa“ den Menschen Sorgen.

„Die Sorgen der Bevölkerung“ beweisen ein hohes Maß an Realismus der Befragten. Viele Deutsche schätzen die Lage ebenso kritisch wie realistisch ein.

Auf die Frage „Leben in Deutschland heute zu viele Ausländer oder nicht zu viele?“ sagen 61 Prozent, dass es zu viele sind. 2025 waren es noch 58 Prozent, die diese Auffassung vertraten.

Trotz ARD und ZDF lassen sich offenbar die meisten Deutschen ein X nicht als ein U vormachen. Die Leute begreifen mehr, als vielen Politikern recht sein kann. Bei den Wahlen zieht daraus aber offenbar nicht jeder Konsequenzen, denn sonst sähe die Zusammensetzung der Parlamente anders aus. Aber auch, wenn es bei der Transformation abstrakter politischer Einschätzungen in wirksame Aktivitäten bei zu vielen Deutschen hapert, können wir bemerken: Der Meinungstrend macht Hoffnung. Noch ist Deutschland nicht verloren!

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