Zuletzt aktualisiert 16. Februar 2026
Der Tod eines Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz hat die deutsche Öffentlichkeit sensibilisiert für Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Bahnhöfen. Dazu hat jetzt die Bundespolizei Zahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht, wie der „Deutschlandfunk“ berichtet.
Demnach registrierten die Behörden in Zügen und an Bahnhöfen im vergangenen Jahr 980 Messerdelikte. Durchschnittlich ereigneten sich also zwei bis drei Messertaten täglich. Die genauen Zahlen der Schwerverletzten und der Todesopfer dieser Verbrechen sind bislang noch nirgendwo veröffentlicht worden. Offenbar ist die Aufmerksamkeit bei den Behörden geringer, wenn nicht Bahnmitarbeiter oder Bundespolizisten die Opfer sind, sondern Reisende.
Tatsächlich werden Bundespolizisten in einem geradezu dramatischen Umfang ein Zielobjekt von Gewalttaten: 5.600 Mal war dies im Jahr 2025 der Fall.
Sind Bahnreisen für Frauen sicher? Offenbar nicht immer. Im vergangenen Jahr notierte die Bahn in ihrem Verantwortungsbereich 2.200 Sexualdelikte. Also sechs Sex-Delikte täglich. Das ist keine gute Reklame für den öffentlichen Personenverkehr.
Zum Hintergrund der Täter stellt der „Deutschlandfunk“ lapidar fest, „dass nichtdeutsche Tatverdächtige – gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung – häufiger festgestellt worden seien als deutsche Beschuldigte“. – Wer hätte das gedacht?
Und welche Konsequenzen zieht die Politik aus diesen Zahlen? Die nüchterne Antwort auf diese Frage lautet: Annähernd keine. Vielleicht gibt es künftig mehr Bodycam-Aufnahmen der Täter. Vielleicht sind Fahrkartenkontrolleure 2026 öfter mal zu zweit unterwegs. Mehr scheint derzeit im „besten Deutschland aller Zeiten“ nicht möglich zu sein.
