Wem hohe Energiekosten schaden – und wem nicht

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Zuletzt aktualisiert 15. März 2022

Der Benzinpreis besteht zu 48 Prozent aus Steuern und anderen Abgaben, beim Dieselpreis sind es 39 Prozent. Der Tankwart ist also immer auch ein Steuereintreiber, und wenn die Kraftstoffpreise explodieren, verdient der Staat kräftig mit.

Otto Normalverbraucher dagegen ist der Dumme – nicht nur an der Tankstelle. Von der Unterhose über die Flasche Bier bis hin zu Brötchen muss so ziemlich alles, was wir verbrauchen, zunächst befördert werden, bevor es uns zum Kauf angeboten werden kann. Das kostet – und zwar jetzt mehr als noch im Januar. Der Preisspirale kann sich niemand entziehen.

Wir alle müssen wohnen und in der kalten Jahreszeit heizen. Dafür haben wir nun einen größeren Teil unserer Einkünfte aufzuwenden als bislang. Die Lebenshaltungskosten steigen parallel zu den Steuern, die der Staat einnimmt und umverteilt. Für den Bürger bleibt am Monatsende weniger über. Der Staat dagegen kann nicht klagen.

Deshalb reagiert das politische Berlin mit großer Gelassenheit auf die Preisexplosion an den Zapfsäulen. Steuersenkungen kommen offenbar überhaupt nicht in Betracht. Schon wird vor Geschenken für Porsche-Fahrer gewarnt. Ein Kommentator der „Zeit“ bringt es auf den Punkt:

„Je mehr Menschen verdienen, desto mehr Autos besitzen sie und desto mehr Kilometer legen sie zurück. Von einem Rabatt pro Liter Benzin oder Diesel profitieren also diejenigen am meisten, die es tendenziell am wenigsten nötig haben.“

Stattdessen soll es Almosen für die Bezieher sozialer Transferleistungen geben, während der volkswirtschaftlich produktiv arbeitende Teil der Bevölkerung weiterhin gemolken werden wird.

So tritt der deutsche Politikbetrieb in der hässlichen Rolle eines Kriegsgewinnlers auf. Der fleißig arbeitende und steuerzahlende deutsche Michel aber ist wie so oft der Verlierer.

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