Wichtelkinder unter Rassismus-Verdacht

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Zuletzt aktualisiert 27. Oktober 2021

Der Rassismus lauert in Deutschland, wie es scheint, immer und überall. Sogar bei den Wichtelkindern in der Essener Nordstadt, einem Verein, der Spielsachen und Bekleidung auch für Kinder aus sozial schwachen Familien zugänglich machen will. Dessen Vorsitzende Sabrina De Lucia soll sich in einem privaten Chat „rassistisch und vulgär über Frauen mit Migrationshintergrund“ geäußert haben. Das berichtet die „WAZ“. Deshalb ist ihr Mietvertrag gekündigt worden.

De Lucia weist die Vorwürfe zurück – aber was hilft das schon? Ein Rassismus-Vorwurf im Deutschland des frühen 21. Jahrhunderts ähnelt ein wenig dem Vorwurf der Hexerei 500 Jahre zuvor: Erzählen kann man da viel, aber die Inquisitoren hören ungern zu.

Der Vermieter, ein großer Essener Immobilienkonzern, möchte mit Hexen nichts zu haben. „Als Wohnungsunternehmen, das besonders viel Wert auf funktionierende Nachbarschaften legt, können wir so einen Aussetzer nicht tolerieren“, zitiert die „WAZ“ dessen Sprecher Dieter Remy.

Den umstrittenen Äußerungen liegen offenbar nicht allzu niveauvolle Verteilkämpfe um günstige Sachen für Kinder zugrunde. Mancher mag da der Auffassung sein, dass es ohnehin rassistisch und menschenverachtend sei, wenn davon die Eltern einheimischer Kinder überhaupt irgendetwas abhaben wollen.

Der Fall der Wichtelkinder lehrt: Keine Mücke ist so klein, dass sie nicht zu einem rassistischen Elefanten aufgeblasen werden könnte.

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