Jeden Tag wird in Deutschland ein Geldautomat gesprengt. An einigen Tagen kommt noch ein zweiter hinzu. Bis zum 16. Dezember 2020, dem Stichtag der letzten Erhebung, waren es auf Jahressicht 390 – so viele wie nie zuvor. Das meldet die Agentur AFP. Den Angaben zufolge gingen die Täter zwar in den meisten Fällen leer aus, aber immerhin 160 Mal gelang es ihnen, ans Geld zu kommen: Das dürfte als Motivation für weitere Sprengaktionen reichen.

Die meisten gesprengten Geldautomaten meldete die Polizei in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland. Neben der Größe des Operationsgebietes trug offenbar noch ein weiterer Faktor zur hohen Zahl der Automatensprengungen in diesem Bundesland bei: die Nähe zu den Niederlanden.

Dort ist den Angaben zufolge eine marokkanische Bande ansässig, die sich offenbar auf die Sprengung von Geldautomaten spezialisiert hat. Sie fahren über die grüne Grenze nach Deutschland, schlagen zu und verschwinden wieder in die Niederlande. Bereits vor mehr als zwei Jahren waren dieser Tätergruppe mindestens 24 Ermittler auf der Spur, wie die „Morgenpost“ bereits im Juli 2018 berichtete. Dabei legten sie offenbar immer wieder Distanzen von teilweise auch mehr als 500 Kilometern zurück und schlugen sogar in Berlin und Brandenburg zu.

Angst vor der deutschen Polizei scheinen sie seither nicht zu haben. Denn die ist selbstverständlich nicht berechtigt, jemanden auf Sprengstoff zu durchsuchen, nur weil er aussieht wie ein Marokkaner. Denn das wäre ja „racial profiling“ und geht in Deutschland gar nicht.

Die Grenze Deutschlands zu den Beneluxländern ist mehr als 800 Kilometer lang und löchrig wie ein Schweizer Käse. Über zahllose kleine Straßen, Feld- und Waldwege kommt dort jeder nach Deutschland rein und raus, wie er will – auch mit Fahrzeugen. Im politischen Berlin gibt es nach wie vor keine Pläne, an dieser Situation irgendetwas zu ändern.

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