Mit Staubsaugerbeuteln gegen die Seuche

Mit Staubsaugerbeuteln gegen die Seuche

Falls sich Karl Lauterbach (SPD) einen Staubsaugerbeutel über den Kopf zieht, würde er weniger dumm aus der Wäsche schauen …

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich bei Markus Lanz um Kopf und Kragen geredet. Ihm ist klar, dass irgendwann in den kommenden Wochen das öffentliche Leben wieder in Gang kommen muss, wenn Deutschland einen weitgehenden wirtschaftlichen Zusammenbruch abwenden will. Dass setzt allerdings ein dreifaches Mehr an Ausrüstung voraus, falls die Infektionszahlen weiterhin eingedämmt werden sollen: Mehr Corona-Testsets, um nicht den Überblick über die Zahl der Infizierten zu verlieren. Apps zur Kontrolle von Bewegungsprofilen. Und Atemschutzmasken zur Eindämmung der Ansteckungsquote.

Weder die benötigte Zahl an Testsets, noch die erforderlichen Atemschutzmasken werden in absehbarer Zeit zur Verfügung stehen. Denn die Bundesregierung hat geschlafen, statt vorausschauend zu planen. Das versucht Lauterbach zu kaschieren mit dem abenteuerlichen Vorschlag, die Bevölkerung solle sich selbst Gesichtsmasken basteln – und zwar aus Staubsaugerbeuteln. Siehe hierzu Lanz ab er Minute 13:30 mit Lauterbachs Highlight ab der Minute 26:00:

Lauterbach und viele andere Vertreter der politischen Klasse wissen genau, wie Corona hauptsächlich übertragen wird: Durch Tröpfcheninfektion. Und er erläutert durchaus zutreffend, was dagegen hilft: Atemschutzmasken, am besten solche mit dem Schutzfaktor FFP2. Aber auch jeder Mund- Nasenschutz unterhalb dieses Schutzfaktors ist besser als gar keiner.

Masken schützen allerdings, wie Lauterbach in dieser Szene einräumt, nur unter einer Bedingung: „Wenn man sie hat.“ Und da besteht das Problem: Deutschland hat sie eben gerade nicht. Und warum hat Deutschland sie nicht? Antwort: Weil die politische Klasse versagt und sie nicht bevorratet hat.

Mit dem Vorschlag, die Bevölkerung möge sich aus Staubsaugerbeuteln selbst Behelfsmasken basteln, verschiebt Lauterbach die Verantwortung für das bestehende Defizit: Weg von der politischen Klasse, hin zur Bevölkerung. Falls mehr Menschen sterben als nötig, hat also nicht die Politik versagt, sondern Otto Normalverbraucher, weil er es versäumte, rechtzeitig seine Staubsaugerbeutel zu Atemschutzmasken umzumodeln?

Gleichzeitig wird in dieser sehr sehenswerten Lanz-Sendung klar, warum Politik und Medien wochenlang die Falschinformation verbreitet haben, Masken seien weniger wichtig: Weil die bestehenden Vorräte nicht mal für Polizei und medizinisches Personal ausreichen.

Politik und Medien haben insofern die Öffentlichkeit schlicht belogen. Und jetzt kommt Karl Lauterbach und verhöhnt sie auch noch …

Kommentieren mit Facebook
Diesen Beitrag teilen: