Clanchef Miri ist nur ein Kopf der Hydra

Clanchef Miri ist nur ein Kopf der Hydra

Das Gerangel um Abschiebung, Wiedereinreise und Asylverfahren des Oberhauptes der arabischen Miri-Familie beherrscht die Medien. Der Staat scheint Zähne zu zeigen. Das deutsche Asylverfahren offenbart aber auch systematische Schwächen. Theoretisch könnte ein Krimineller stets auf’s Neue illegal nach Deutschland einreisen, Asyl beantragen, abgeschoben werden, wieder einreisen und die Aufführung von vorne beginnen – wie in einer Endlosschleife. Hier muss der Gesetzgeber ran, um Abhilfe zu schaffen.

Aber, immerhin: Miris Schleuser in der Türkei wurde verhaftet, und Dank der Amtshilfe von Europol sowie der britischen, ungarischen, rumänischen und türkischen Polizei konnten sogar zahlreiche seiner Helfershelfer festgenommen werden. Können die Behörden so das Problem in den Griff bekommen?

Wohl nicht, meint Sebastian Fiedler, der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK). Er sagte der „Welt“: „Es gibt anerkannte Mängel in der europäischen Sicherheitsarchitektur bei den unzureichend geschützten europäischen Außengrenzen. Auch unser System ist nicht perfekt und ausgereift. Miri ist ja kein Einzelfall. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) kennt viele solcher Fälle.“

Die organisierte Kriminalität in Deutschland ist wie eine Hydra: Schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei nach. Für Nachschub ist gesorgt – dank offener Grenzen. Und wenn deutsche Politiker, allen voran Innenminister Horst Seehofer, in diesen Tagen vor der Presse den starken Mann zum Besten geben, sollten wir einen wichtigen Hinweis von BKA-Mann Fiedler bedenken:

„Dass sich die ganze Republik an diesem einen Typ abarbeitet, wo wir in Nordrhein-Westfalen mehr als 100 Clanfamilien und in Berlin rund 30 solcher Familien haben, ist an Absurdität nicht zu überbieten.“

Ohne sichere Außengrenze gibt es keine Sicherheit im Landesinneren. Jetzt nicht, in zehn Jahren nicht und in hundert Jahren genau so wenig: Miri hin oder her, hier oder weg – es gibt einfach zu viele von seiner Sorte.

 

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